Es gäbe so vieles …

… in Harsewinkel, dass man konstruktiv/öffentlich/konsequent u.a. von der Harsewinkeler Presse hinterfragen könnte, ja müsste. Ein paar Beispiel in loser Folge:

  • die Bauruine Discomarkt, eine Schande für die dortige Umgebung
  • geplante Kindergärten an vielbefahrenen Straßen, die jetzt sogar noch ausgebaut werden sollen
  • die Außenwerkstatt, die sich mit viel Bürger-Engagement bundesweiten Ruf erarbeitet hat und auf der die Politik jetzt herum tritt
  • städtebauliche Planungsfehler in Folge, die Bürger in verschiedenen Bereichen unseres Ortes aufgebracht haben
  • kaputte Straßen, die gar nicht mal in der direkten Zuständigkeit unserer Stadt liegen, bei denen man aber konsequent eine Reparatur beanstanden müsste
  • wachsende Leerstände in der Innenstadt, die Bürger verunsichern, die Fragen aufwerfen
  • eigene Stadtwerke, die immer noch zu 3/4 von Versmold gesteuert werden
  • ein Stromnetz, das man zwar gekauft hat, aber was nun scheinbar ideenlos verwaltet wird
  • ein Klimaschutzkonzept, was überwiegend nur in Form schöner Reden lebt, wo man aber die Taten vermisst
  • den Schutz des Baumes, dem im Innenbereich unserer Stadt höchste Aufmerksamkeit zuteil wird, der im Außenbereich aber keine Rolle spielt
  • die politische Bürgerbeteiligung, die jeder Politiker in seinen Reden immer in den schönsten Farben hervorhebt, der aber in der Praxis nicht viel mehr als ein paar formale Akte folgen
  • der Datenschutz an Schulen, den man bestenfalls als rudimentär bezeichnen kann, der aber mehr der Inkompetenz unserer Akteure folgt als dem Schutz unserer Kinder
  • der Unterrichtsausfall an den Schulen, kleingeredet, weg diskutiert, ignoriert
  • irritierende Fraktionszwänge, überwiegend bei der CDU
  • Vernachlässigung des wichtigen Themas Windkraft
  • städtebauliche Planungsfehler in der Stadtverwaltung, für die die Bürger haften müssen
  • Zusammensetzung der politischen Gremien im Hinblick auf Abhängigkeiten und Befangenheiten
  • Zahlen, Daten, Fakten, aufbereitet, um dem Bürger einen Aha-Effekt zu geben, um Dinge, vor allem Entwicklungen, sichtbar zu machen und das nicht nur einmal im Jahr und bei Wahlen, sondern regelmäßig

Stattdessen ist der Lokalteil Harsewinkels aller drei Zeitungen oft (nicht immer!) von akzentuierter Langeweile geprägt. Belanglosigkeiten. Ja keinem auf die Füße treten. Immer schön vorsichtig mit Kritik. Nur nicht zu sehr in die Tiefe gehen. Und auf keinen Fall unangenehme Fragen stellen. Sich nach Möglichkeit auch immer erkundigen, ob es genehm ist. Aufarbeitungen vermeiden und die Vergangenheit ruhen lassen. Politiker nicht verärgern. Der Verwaltung stets Glauben schenken. Die Kritik der Bürger nicht überwerten. Der Zeitungslinie treu bleiben (im Falle der NW also der SPD-Linie). Immer alles in Abstimmung mit der Redaktionsleitung und vor allem mit den Sponsoren. Unabhängigkeit, Neutralität … Ja, aber in Maßen. …

Deswegen haben immer mehr Leser keine Lust mehr, morgens die Zeitung aufzuschlagen. Deswegen kündigen Leser ihre Zeitungsabos. Deswegen verlieren sie ihr Vertrauen. Deswegen schauen sie gar nicht mehr genau hin. Deswegen sinkt das bürgerschaftliche Engagement. Deswegen greifen Bürger zu anderen Quellen/Mitteln. Deswegen …

Und das Beste zum Schluss:

Fast alle wissen es, dass es so vieles zu berichten/zu hinterfragen gibt, nur die Presse selber weiß es nicht. Noch vor kurzem auf einer Veranstaltung in einem unserer Nachbarorte waren sich zwei Redaktionsmitglieder zweier lokaler Zeitungen einig: „Wir wissen, dass es da allgemein Probleme gibt, aber in unserem Bereich können wir glücklicherweise noch hohe Qualität anbieten.“

Freuen wir uns also auf die hochqualitative Langeweile des nächsten Lokalteils.

 

 

 

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